Museum

Das einzige „Kindergartenmuseum“ in Nordrhein-Westfalen thematisiert die institutionelle Betreuung und Förderung der Kinder in Kindergarten und Krippe von den Anfängen bis heute.

In sieben Ausstellungsräumen können Sie sich rundum über die Kleinkindererziehung informieren. Sie finden Kindergarteneinrichtungen, alte Spiele und Kinderbücher und „Schätzchen“ aus unserem Depot.

Sie erfahren mehr über die großen Pädagogen ihrer Epoche und die Ausbildung der Erzieherinnen im Wandel der Zeit.

Wechselnde Sonderausstellungen, Führungen zu speziellen Themen und Publikumsaktionen machen das Museum zu einem Erlebnis. Es gibt Einzel- und Gruppenführungen.

Das Kindergartenmuseum ist im Zentrum von Bergisch Gladbach gelegen, vom Bus- und S-Bahnhof aus gesehen am Ende der Fußgängerzone, in Nachbarschaft der evangelischen Gnadenkirche.

Anreise

Das Museum liegt auf der ersten Etage des sogenannten Q1, einem Kultur-und Jugendzentrum der evangelischen Kirchengemeinde. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (mit der S-Bahn-Linie 11 ab dem Kölner Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle Bergisch Gladbach). Dann sind es noch 5 bis 10 Minuten Fußweg. Gegenüber der S-Bahn fahren auch Busse bis zu unserem Museum (über die Haltestelle „Markt“ zur Haltestelle „Forum“) mit den Buslinien 335, 426, 427, 429, 430, 432 und 439.

Bei einer Anreise mit dem PKW gibt es Parkmöglichkeiten am Anfang der Bensberger Straße oder auf dem Parkplatz am Quirlsberg oberhalb des Museums am Friedhof. Bitte beachten Sie: Der Quirlsberg ist eine ganz kleine Straße, die vor der gelben Kirche (Gnadenkirche) den Berg hoch führt.

Entstehung des Museums

Von der Museumsidee bis zur Museumsstiftung

Die Geschichte der Museumsgründung umfasst fünf markante Daten:

1992 wurde das 100jährige Bestehen der ältesten Kindertagesstätte im Rheinisch-Bergischen Kreis – der Kindertagesstätte St. Laurentius in Bergisch Gladbach –
gefeiert. Die Festlichkeiten und besonders eine zu diesem Anlass zusammengetragene Ausstellung ließen die Idee reifen, ein Kindergartenmuseum aufzubauen.

1994 erfolgte die Gründung des Vereins „Kindergarten-Museum e.V.“, der sich die Einrichtung und den Betrieb eines Kindergartenmuseums zum Ziel gesetzt hat, um darin die Entwicklung der Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen für die Bürger/innen zu präsentieren. Neben der Sammlung und Archivierung von Zeugnissen aus der Geschichte der Kindertageseinrichtungen waren die Bemühungen unseres Vereins darauf gerichtet, geeignete Museumsräume zu finden.
Die Sammlung konzentrierte sich auf Spiel- und Beschäftigungsmaterial sowie Kinderbücher, Mobiliar, Bilddokumente, Tagebücher, Dokumente aus der Ausbildung der Erzieher/innen, Fachbücher und Fachzeitschriften.
Daneben machte der Museumsverein mit Informationsständen auf Museumsfesten, Fachtagungen und Messen sowie mit Ausstellungen in Kindertagesstätten und Altenheimen auf sein Anliegen aufmerksam.

2004 hatte die Suche nach Museumsräumen ein Ende. Dem Verein wurden im Jugend- und Kulturzentrum „Q 1“ im Bergisch Gladbacher Zentrum Räume zur Verfügung gestellt, die bis zum Sommer 2003 der Betreuung von Grundschul-kindern dienten (20 Kindern in einer Hortgruppe und 20 in einem Schülertreff). Bereits im Frühjahr 2004 präsentierte sich das Museum mit einer ersten Ausstellung, gefüllt mit Schätzen aus dem Archiv und den diversen Depots unseres Vereins. Mit Fertigstellung der heutigen Dauerausstellung – fachlich fundiert durch die Schautafeln, die das Bundesjugendministerium 1988 für die Ausstellung „Geschichte des Kindergartens in Deutschland“ erstellen ließ – konnte im Frühjahr 2005 das „Kindergartenmuseum Nordrhein-Westfalen“ feierlich eröffnet werden.

2006 wurde unser Museumsverein mit Fördermitteln der „Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege“ in Höhe von 20.000 €
bedacht, die es unter anderem erlaubten, in unserem Museum zusätzliche Ausstellungsvitrinen anzuschaffen, die Beleuchtung in den Ausstellungsräumen zu verbessern, die Ausstellungstafeln zu konservieren und den Veranstaltungsraum neu zu bestuhlen. Mit der Annahme der Fördermittel ist unser Verein die Verpflichtung eingegangen, die damit angeschafften Gegenstände 25 Jahre zweckentsprechend zu verwenden.

2007 Die Museumsräume stellt die Stadt Bergisch Gladbach mit Zustimmung des Landes unserem Museumsverein kostenlos zur Verfügung. „Lediglich“ die Raumnebenkosten muss der Museumsverein tragen. Damit wir dies auch mindestens die nächsten 25 Jahre können, hat sich unser Vereinsmitglied Frau Renate Röhrscheidt entschlossen, eine Stiftung einzurichten, die von der NRW-Stiftung treuhänderisch verwaltet wird. Zweck der Stiftung ist es, mit den Erträgen den Betrieb des „Kindergartenmuseums Nordrhein-Westfalen“ zu unterstützen.

Museumsaufbau

Große Pädagogen

Theodor Fliedner und Friedrich Fröbel als bedeutender Repräsentanten der Geschichte der Kindergartenpädagogik des 19. Jahrhunderts sowie Maria Montessori und Rudolf Steiner als herausragende Vertreter der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts und Schöpfer eigener Kindergartenkonzepte werden vorgestellt.

Ausbildung der Erzieher/innen

Die Geschichte der Ausbildung der Erzieher/innen zeigt die Entwicklung der Ausbildung von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (am Beispiel der Ausbildung im Diakonissen-Mutterhaus in Kaiserswerth) bis zu den aktuellen Entwicklungen (Ausbildung der Erzieher/innen in Fachhochschulen).

Alte Spiele, alte Kinderbücher und andere „Schätzchen“ aus unserem Depot

Hier stellen wir einen Teil unserer Spiele und Kinderbücher aus, die überwiegend aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts stammen und als Spiel- und Beschäftigungsmaterial in Kindertageseinrichtungen dienten.

Als wir im Januar 2004 die Museumsräume bezogen, richteten wir unter dem Titel „Schätze aus unserem Archiv“ eine erste Ausstellung ein, die von März bis Dezember 2004 zu sehen war. Die positive Resonanz auf die Ausstellung hat uns veranlasst, einen Ausschnitt aus dieser Ausstellung weiterhin zu präsentieren.

Kindergarten der 70er Jahre

Ein voll ausgestatteter Raum animiert unsere kleinen Gäste direkt mal auszuprobieren, wie man früher so gespielt hat. (Dies ist der einzige Raum, in dem die Ausstellungsstücke angefasst und bespielt werden können.) Darüber hinaus vermittelt er auch einen Eindruck von den Kindergärten der 1970er Jahre und erinnert daran, dass es vor rund 30 Jahren eine Vorschulbewegung gab, die den Kindergarten wieder als Bildungseinrichtung entdeckte - so wie aktuell der Kindergarten eine Wiedergeburt als Bildungsstätte erfährt.

Krippe

Der Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder im Alter bis drei Jahren ist dieser Raum gewidmet. Die über 200jährige Tradition der Krippen in Deutschland hat in Nordrhein-Westfalen in Form der Kleinen Altersgemischten Gruppen seit Mitte der 1970er einen Sonderweg eingeschlagen. Dieser Sonderweg wird im Kontrast zur Krippe in der DDR dokumentiert. Zugleich wird Bezug genommen auf die Planungen, auch in den westlichen Bundesländern und speziell in Nordrhein-Westfalen, bis 2013 den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab einem Jahr umzusetzen..

Sonderauststellungen

Die Dauerausstellung wird ergänzt durch wechselnde Sonderausstellungen. Diese thematisierten beispielsweise Puppenstuben oder von und mit Kindern gebastelte Weihnachtskrippen. Eine Ausstellung veranschaulichte zum 100jährigen Jubiläum das besondere und nach wie vor aktuelle pädagogische Konzept Maria Montessoris. Weitere Sonderausstellungen beschäftigten sich mit dem Pädagogen Friedrich Wilhelm August Fröbel. 2009/2010 war die Ausstellung „Legen, Bauen, Konstruieren - Baukästen von 1840 bis heute“ in unserm Museum zu sehen. Ebenfalls in 2010 war im LVR-Industriemuseum Bergisch Gladbach in der Alten Dombach die Ausstellung „Falten, Flechten, Prickeln - Papierarbeiten nach Friedrich Fröbel“" zu sehen, eine Koproduktion unseres Museums mit dem Schulmuseum Bergisch Gladbach, dem Industriemuseum und der Fröbel gGmbH Köln.

Veranstaltungsraum

Der Veranstaltungsraum (ausgestattet mit Teeküche, Leinwand, Beamer) dient hauptsächlich als Seminarraum für Fortbildungsveranstaltungen, die sich an Erzieher/innen wenden. Der Raum kann gemietet werden. Wir informieren Sie gerne.